Großrückerswalde, ein kleiner Ort süd-westlich von Marienberg, eingebettet in die grünen Matten des Erzgebirgskammes. Dort, wo einst die Flugkapitäne mit ihren Sportmaschinen das „Glück hoch über den Wolken“ herausforderten, wohnen in den umgebauten, ehemaligen technischen Gebäuden des Flugplatzes Menschen, deren Schicksal sie ganz nach „unten“ geführt hat. Junge Frauen und Männer, die es nicht allein schaffen können, werden hier unter Anleitung erfahrener Pädagogen, umsichtigem medizinischen Personals und Sozialbetreuern auf einen Weg jenseits von Alkohol und Drogen begleitet.
Viele sind zum ersten Mal hier, andere haben es nicht nach einem Aufenthalt in die „trockene Welt“ zurück geschafft und werden schon zum wiederholten Male therapiert. Man gibt ihnen eine zweite Chance in der Umgebung ihrer Zweibettzimmer und der gut ausgestatteten Gemeinschaftsräume, Anlauf auf ein geordnetes und selbstständiges Leben zu nehmen. Es ist ein Ort, der Hoffnung bringt, der aber auch alle bis dahin „Außenstehenden“ zum Nachdenken zwingt. Denn der Missbrauch von Betäubungsmitteln zerstört die Zukunft des Einzelnen und verlangt der Gesellschaft viel Mühe und Aufwand ab.
Wir alle, und besonders Schüler und Jugendliche, unterliegen heutzutage oft der Gefahr, in den Strudel des Abgrunds gerissen zu werden. Dass es nicht so weit kommt, ist unser aller dringendste Aufgabe.
Unsere Klasse 9 b hat dies anlässlich einer Exkursion an den Ort der „Wiederbelebung“ wertvoller jugendlicher Individuen hautnah erlebt.
Wir möchten uns auf diesem Weg ganz herzlich bei Herrn Trommler und den 3 Jugendlichen Andrea, Patrick und Daniel für ihre Aufgeschlossenheit bedanken und wünschen auch allen anderen, die dort einer Zeit der Therapie und der Heilung unterliegen – VIEL ERFOLG!
Beeindruckend für uns war, mit welcher Zielstrebigkeit und Engagiertheit die Jugendlichen die Möglichkeit nutzen, für einen Schulabschluss zu lernen.
Deshalb eine dringende Bitte an unser Bildungsministerium: Man möchte doch den Personen, die ihre Therapie inmitten des Schuljahres erfolgreich beenden, die Möglichkeit geben, einen Hauptschul- oder Realschulabschluss abzulegen und nicht noch mehrere Monate ohne Abschluss ihr eigenes Ding machen zu lassen – sondern aktiv helfen!
Peter Heger, Schüler der Klasse 9 b, Mittelschule Flöha-Plaue
